Whrkirche BeuchaSie ist das Wahrzeichen der Stadt Brandis und auf sie wird nicht umsonst schon mittels eins Autobahnschildes hingewiesen: Die Wehrkirche zu Beucha. Geht man in Beucha vom Kirchberg aus durch den Tortunnel des Wasserturms aufwärts zur netten alten Dorfkirche, wird einem erst mal nichts ungewöhnlich vorkommen. Schaut man dann allerdings über die halbhohen Feldsteinmauern gleich neben der Kirche, so sieht man dass die Kirche direkt am Abhang eines Steinbruchs steht. Seit dem 15. Jahrhundert wurde kontinuierlich der Berg auf dem die Kirche steht abgetragen und so steht die Kirche nun oberhalb eines fast senkrecht abfallenden Hanges. Im alten, seit den 50er Jahren nicht mehr bewirtschafteten Steinbruch, hat sich heute ein kleiner Felsensee gebildet, in dem sich, wohl nicht ganz legal hin und wieder die Anwohner abkühlen, wenn sie einen der wenigen möglichen Zugänge überwunden haben.

Aus diesem Steinbruch wurden übrigens auch Steine für das Völkerschlachtdenkmal gewonnen. Ein Ausflug zur Bergkirche, mit kleinem Spaziergang um den See, lohnt vor allen Dingen in den Sommermonaten wo die Kirche sonntags zwischen 14-17Uhr geöffnet ist.

 

Geschichte:

1000-1200 Kirchberg slawische Kultstätte; danach Mission in diesem Gebiet und Kir¬chenbau Turm und Sakristei ältester Teil der Kirche, Wehrkirche rote Rankenbemalung im Turm stammt aus dieser Zeit

  • 1284 erste Erwähnung des Dorfes in einer Urkunde; Ortsname damals „Bichin“

  • 1429 Hussiten brennen den Ort und die Kirche nieder; Wiederaufbau: neues, kleines Kirchenschiff nach Westen wird angefügt

  • 1529 Reformation in Beucha (Jahreszahl in Wetterfahne); Kirchbruch entsteht und viele andere Steinbrüche im Ort

  • 1813 Völkerschlacht bei Leipzig; Kosaken rauben die Pfarrei völlig aus, stehlen Abendmahlsgerät

  • 1847 Abriss des Kirchenschiffes; Bau eines Größeren und Einbau des Kanzelaltares; Einweihung der Kirche (heutiges Kirchenschiff); Der damalige Pfarrer Stephani hat sich für den Erhalt der Kirche eingesetzt, die eigentlich zwecks stärkerer Nutzung des Steinbruchs abgerissen werden sollte; Grabstätte am Kircheneingang

  • 1945 Bombenangriff: Kirchendach und Orgel werden stark beschädigt

  • 1946-47 notdürftige lnstandsetzung

  • 1989- 1997 Umfangreiche lnstandsetzungsarbeiten an der Kirche (Dokumentations¬tafeln) Farb- und lnnengestaltung entsprechend den Befunden von um 1900

  • 31.10.1997 Wiedereinweihung der Bergkirche Beucha

  • 16.04.2006 Wiedereinweihung der Schmeißer-Orgel nach 17 Jahren