Im März dieses Jahres war es noch eine vage Hoffnung, jetzt steht es fest: Als eine von vier sächsischen Städten und Gemeinden wurde die Stadt Brandis 2017 mit dem Fördergebiet „Brandiser Mitte“ neu in das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ (SOP) aufgenommen. Daraus erhält Brandis im Programmjahr 2017 eine erste Zuwendung i. H. v. 596.000 Euro. Bis 2025 sind sogar Fördermittel in Höhe von über 4 Millionen Euro abrufbar, um Projekte aus dem Programm „Brandiser Mitte“ in Höhe von etwa 7 Millionen Euro zu realisieren.

Diese Mittel werden je zur Hälfte von Bund und Land zur Verfügung gestellt. „Ich freue mich sehr, dass die ‚Brandiser Mitte‘ dafür ausgewählt wurde. Es ist ein riesiger Schritt, um die Innenstadt mit den Maßnahmen und Ideen zu beleben. Die Voraussetzung dafür ist aber immer, dass der entsprechende Eigenanteil von 1/3 der Kosten durch die Stadt selbst getragen werden kann“, gibt Bürgermeister Arno Jesse zu bedenken.
Bereits in der öffentlichen Stadtratssitzung vom 28. März dieses Jahres bestätigte der Stadtrat einstimmig das SOP-Fördergebiet und das Städtebauliche Entwicklungskonzept (SEKo) „Brandiser Mitte“ als gebietsbezogenes Handlungskonzept – im Vorfeld der Beantragung der Fördermittel. Das Gebiet ist 26,9 Hektar groß und umfasst unter anderem den russischen Ehrenfriedhof, Markt, Hauptstraße, Bahnhofstraße, Stadtpark, Schulcampus sowie das ehemalige Bahnhofsgelände (siehe Anlage).

„Das Förderprogramm ‚Aktive Stadt- und Ortsteilzentren‘ bietet Städten und Gemeinden die Chance, ihre Kerne nachhaltig zu stärken, attraktiver zu gestalten und neu zu beleben,“ so Jesse. Neben der Stärkung des innerstädtischen Einzelhandels und Gewerbes, verbunden mit einer Belebung der zentralen städtischen Bereiche, haben insbesondere die Profilierung als Tourismus- und Bildungsstandort sowie die Stabilisierung des Wohnstandortes besondere Priorität. Die „Brandiser Mitte“ soll Kern- und Versorgungszentrum, moderner Wohnstandort mit attraktivem Wohnumfeld sowie Ort des lebenslangen Lernens sein. Außerdem ist ein viertes Ziel, Brandis als Mit-Mach-Stadt mit lebendigen Netzwerkstrukturen zu etablieren.
Mit den ersten Mitteln wäre es nun möglich, noch in diesem Jahr vorbereitende Maßnahmen zur Belebung der Innenstadt und der dazu notwendigen Netzwerkarbeit in die Wege zu leiten. Eine Maßnahme dazu ist die Einrichtung eines Citymanagements und eines Verfügungsfonds. Für alle anderen angedachten Projekte ist es in den nächsten Monaten nun nötig, gemeinsam mit dem Stadtrat Prioritäten zu setzen und die nötigen Eigenmittel für die einzelnen Maßnahmen aufzubringen.

Insgesamt erhalten die sächsischen Programmgemeinden aus dem SOP im Programmjahr 2017 von Bund und Land 13,27 Mio. Euro Finanzhilfen für ihre städtebaulichen SOP-Gesamtmaßnahmen. 2017 werden neben Brandis werden 2017 auch Wermsdorf, Markkleeberg und Zwönitz mit neuen Gesamtmaßnahmen in das Förderprogramm aufgenommen. Seit 2008 gibt es das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, woraus bisher bereits rund 101 Millionen Euro bewilligt wurden.