Seit Jahren bietet der Brandiser Ratskeller einen traurigen Anblick. Der Zustand des Gebäudes hat sich erheblich verschlechtert: „Das Gebäude ist eine tickende Zeitbombe“, schätzt das mit einer Routine-Untersuchung beauftragte Leipziger Ingenieur- und Planungsbüro Prof. Schubert – Jablonowski in einem Gutachten ein. Man möge sicherlich nicht errechnen können, wann ein drohender Einsturz stattfindet. Jedoch sei es so, dass die Gefahr täglich wachse – Gefahr ist im Verzug! Das vorliegende Gutachten bescheinigt ebenso, dass der bauliche Zustand des Gebäudes eine Sicherung für eine nachfolgende Instandsetzung nicht zulasse.

„Seit Jahren hat die Stadt Brandis bereits umfangreiche Sicherungsmaßnahmen ergriffen. Zahlreiche Notsicherungen sorgen dafür, dass das Eckgebäude überhaupt noch steht“, sagt Bürgermeister Arno Jesse. Er betont, dass sich die Verwaltung intensiv um Investoren bemüht habe. Jesse: „Zuletzt haben wir sogar den Weg einer Auktion gesucht. Leider vergebens.“ Das Gebäude konnte wirtschaftlich nicht gerettet werden, jetzt gehe es auch baulich nicht mehr.

Um den Zustand wissend, wurden über mehrere Jahre hinweg immer wieder Gespräche mit dem Denkmalschutz und der Bauordnungsbehörde geführt, um eine Abrissgenehmigung zu erwirken – ohne Ergebnis.

Nun droht das Gebäude einzustürzen. „Deshalb müssen wir jetzt großräumig absperren“, sagt Jesse. Das bedeutet, dass die Rathausgasse ab sofort zur Sackgasse wird, weil auf Höhe des Gebäudes kein Verkehr aufgrund der Erschütterung zugelassen werden kann. Fußgänger können die Fleischerei Simon weiter erreichen. Und auch Richtung Markt muss das Eckhaus weiträumig abgesperrt werden.