Die Stadt Brandis kann in den nächsten 10 Jahren mit einem Anstieg der Einwohnerzahl über die 10.000er Schwelle rechnen. Das besagt die gerade herausgegebene regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung des Freistaates Sachsen. Dabei spielen die Statistiker zwei unterschiedliche Szenarien durch, die sich in den Annahmen zur Auslandswanderung und der Geburtenhäufigkeit zwar unterscheiden, in beiden aber von Steigerungen ausgehen. Während eine Variante die Annahmen und Eckergebnisse aus der aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes weitestgehend übertragen hat, geht eine zweite von einem leichten Anstieg der Geburten aus. Nach dieser Vorausberechnung ist damit zu rechnen, dass bereits in der kommenden Dekade Brandis wieder über 10.000 Einwohner haben wird. Diese Einwohnerzahl ist für das Jahr 2025 prognostiziert und soll sich in den folgenden Jahren bis 2030 auf dem Niveau stabilisieren.


„Wenn man bedenkt, dass wir schon jetzt bei über 9.600 Einwohnern angelangt sind und gerade in den letzten Monaten auch eine sehr verstärkte Nachfrage nach Baugrundstücken spüren, halte ich die Prognose eher für zu zurückhaltend,“ so Bürgermeister Arno Jesse. Dabei profitiere die Stadt maßgeblich von der Wachstumsdynamik der Stadt Leipzig.
„Damit verbunden sind aber auch wichtige Hausaufgaben, die wir dringend erledigen müssen,“ so Jesse. „Den Bedarf nach Wohnungen und Wohnbaugebieten können wir schon jetzt nicht mehr bedienen. Auf Plätze in den Kindereinrichtungen müssen Eltern zur Zeit bis zu neun Monaten warten. Die Schulen bersten aus allen Nähten.“ Deswegen sei um so wichtiger, dass zu all diesen Komplexen in den letzten Wochen wichtige Impulse gesetzt worden sind: Die Anpassung des Flächennutzungsplanes ist begonnen und eine Grundsatzentscheidung für eine neue Kindereinrichtung mit großer Mehrheit im Stadtrat gefällt sowie erste Planungen zur Schulerweiterungen in Auftrag gegeben worden.“

Im Übrigen sind für die Einwohnersteigerung zwei Bevölkerungsgruppen verantwortlich: zum einen steigt sowohl die Gruppe der unter 20-jährigen wie auch die Gruppe der über 65-jährigen, während die Gruppe im erwerbsfähigen Alter leicht sinkt. Demnach werden 52 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2030 zwischen 20 und 65 Jahren alt sein. Im Moment sind es 59 Prozent. Der Anteil der über 65-Jährigen wird dagegen laut der Prognose steigen: von jetzt 23 Prozent auf 30 Prozent im Jahr 2030. Ebenso steigt auch die Zahl der unter 20-Jährigen: Von derzeit rund 1.600 auf bis zu 1.800 Personen im Jahr 2030. Der errechnete Jugendquotient, also die Zahl der Jugendlichen je 100 Einwohner, lag 2014 bei 28,2 Prozent, im Jahr 2030 soll er bis zu 35,2 Prozent erreichen.

Die Statistiker geben auch eine Prognose zum Durchschnittsalter der Einwohner im erwerbsfähigen Alter. Das sinkt von 46,3 auf 45,8 Jahre in 2030. Es ist also anzunehmen, dass sich mehr junge Leute, mehr Familien ansiedeln, deren Kindern wiederum in entsprechenden Einrichtungen Betreuung angeboten werden muss.